Die Geschichte der Valascia

Wie ist wohl die Valascia entstanden? Wieso trägt sie diesen Namen? Warum wurde sie ausgerechnet an dieser Stelle errichtet? Dies sind nur einige der Fragen, die man sich beim Anblick unserer Piste stellen kann und die ich gerne beantworten möchte…

Am 13. Dezember 1959, mit dem internationalen Spiel Schweiz gegen Italien (3-6), wurde die Kunsteispiste der VALASCIA offiziell vom damaligen Präsidenten des HC Ambrì Piotta Cherubino Juri und vom Bürgermeister von Quinto Remo Croce eingeweiht: ein grosser Schritt in die Zukunft.

Nach langen Bemühungen war ein Traum wahr geworden: in der Valascia konnte das Eis endlich künstlich hergestellt werden, und somit konnten die Spieler und die Leitung wieder ruhig schlafen, ohne auf nächtliche Vereisung zu warten, um am nächsten Tag spielen zu können.

An jenem kalten Tag des Jahres 1959 kamen nicht weniger als 4000 Zuschauer ins Eisstadion. Das erste Spiel von den uns heute sehr bekannten Zuschauerreihen aus geht jedoch auf das Ende der 40er Jahre zurück, nachdem das Eisfeld um wenige Meter "verschoben" worden war, vom heutigen Parkplatz, im "Cava" genannten Ortsteil, wo Ende der 30er Jahre begonnen worden war zu spielen. Schon erheblich vor der Realisierung der Kunsteisanlage wurde für die Valascia eine Tribüne mit Umkleiden und all dem erstellt, was aus damaliger Sicht als unerlässlich galt.

Und genau in jenen Jahren begann auf einer der bekanntesten Eispisten der Schweiz ein Mythos zu wachsen und jene Leidenschaft unter den biancoblu-Fans hervor zu rufen, welche danach bis heute die Herzen tausender Menschen überkommen wird. - Zusammenfassend bedeutet dies, dass der HC Ambrì Piotta von 1937 bis zu jenem wichtigen Tag auf dem Fussballfeld "Cava" (der jetzige Parkplatz der Valascia) spielte, der für jedes Spiel vom Schnee befreit wurde, um danach gewässert zu werden, damit sich das Eis auf dem mit Tannenstämmen umrandeten Eisfeld bilden konnte. Der Ort, welcher dem Eisfeld den Namen gibt, ist eine Ebene, auf der das Material deponiert wurde, welches für die massive Erhöhung des Bahntrassees notwendig war. Wer mindestens einmal in der Valascia gewesen ist verspürte sicher ein besonderes Gefühl von Vertrautheit und Wärme, trotz der mitten im Winter fast immer herrschenden Minustemperaturen. Falls jemand es nicht wissen sollte: die Valascia befindet sich auf 1000 m.ü.M. und ist 'gen Norden und 'gen Süden offen (dort wo sich die berühmte CURVA befindet), so dass man im Herbst den Sonnenuntergang auf den Bergen und in den Wintermonaten den Schneefall sehen kann. Der Luftzug der zwischen den Mauern durch zieht "leistet uns Gesellschaft", während wir die Spiele unserer Lieblinge verfolgen, er lässt uns frösteln, aber die richtige Gänsehaut bildet sich wegen der Curva mit ihren Chören, einem Gesang, der auf den Bergen widerhallt und sich auf dem Tal ausbreitet.

Im Dezember 1959 war das Eisfeld noch nicht überdacht. Die Infrastruktur, welche der Valascia ein Dach bescherte, wurde genau 20 Jahre später erbaut, als für die Meisterschaft immer mehr Spiele während der Herbstmonate notwendig wurden (und Freundschaftsspiele im Sommer, während der Vorbereitungszeit!). Das Eis musste nicht nur vor den Sonnenstrahlen geschützt werden, sondern auch vor den Unbilden des Wetters, um zu vermeiden, dass mehrere Spiele hätten verschoben (oder noch einmal gespielt) werden müssen. Während der Saison '79 kam daher erst die Kuppel, dann die neuen Ränge, die Sitze der Tribüne und zum Schluss das Restaurant dazu.

Die Valascia wurde daher, mehr oder weniger so wie wir sie noch heute kennen, eine bequemere und vom Publikum geliebte Anlage, auch wenn es heute Menschen gibt, die sie hartherzig als "baufällig" bezeichnen.

Die Herkunft des Namens unserer Piste ist immer noch nicht erklärt. Valascia bedeutet Lawine, welche - früher - ab und zu aus dem genau hinter dem Eisfeld befindlichen Tal herunter ging. - Die Gegenwart der Valascia kennt Ihr alle. Der kleine (aber eigentlich gar nicht so sehr: 2000 Sitzplätze und 5000 Stehplätze) "Tempel" inmitten der Berge ist die Kuppel unter der sich die Abenteuer unserer Mannschaft abspielen. Aber warum nur unserer? Ich glaube dass Ambrì etwas ist, das der Valascia gehört, mehr als alles andere. Das alte Eisfeld hat viele Trainer und Spieler kommen, wachsen, wechseln und weggehen sehen, dieselben, die mit ihren waghalsigen Siegen aber auch mit den Niederlagen die Geschichte des Clubs geschrieben haben.

Die Valascia ist aber auch die Heimat der Fans, die mit ihren Gesängen, mit ihren Choreographien, mit ihren Auseinandersetzungen (auch dies muss gesagt werden), aber auch ganz einfach mit ihrer Anwesenheit diesen Ort so beleben, dass er zu etwas Einzigartigem wird.

Dieselben Fans, die vielleicht eine bequemere und modernere Valascia wollen, die aber um nichts in aller Welt diesen Ort eintauschen würden, an dem ihre Leidenschaft für Ambrì Piotta entstanden und gewachsen ist.

Und die Zukunft? Nur die Zeit wird zeigen, welches Schicksal der Valascia ereilen wird. Wir hoffen jedoch, dass die Zukunft niemals jene Gefühle auslöschen wird, die bisher nur dort gespürt werden können, denn das wäre wirklich sehr schade.

Abschliessend glaube ich, dass noch einmal daran erinnert werden muss, dass die Valascia in ganz Europa bekannt ist (nein, ich übertreibe nicht, es ist wirklich so), ihrer eisigen Temperaturen wegen, aber auch und vor allem dank der gemütlichen Atmosphäre die jeder, der jemals einen Fuss hinein gesetzt hat, schwerlich wird vergessen können.

Wer hat denn eigentlich gesagt, dass die Wärme nur in Celsius- oder Fahrenheitgrad messbar ist? Die Atmosphäre der Valascia findet man in kaum einem anderen Ort der Schweiz. Mindestens einmal im Leben müsste man dort gewesen sein!
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